
Finale – Aufregung kurz vor Schluss und Zieleinlauf
Es bleibt spannend, immer noch versucht das Auto von HEICO SPORTIV den Rückstand aufzuholen. Wir mobilisieren unsere letzten Reserven, als das Rennen in seine Endphase eintritt. Mittlerweile sind wir sicher, dass wir gutes Material haben, und beschränken uns hauptsächlich darauf, die verbliebenen Lücken der Story aufzufüllen. Patrick Brenndörfer demonstriert die unglaubliche Fähigkeit, auch nach 30 Stunden Nonstop-Action auf Interviewfragen immer noch kohärente Sätze bilden zu können, die gerne in längere Monologe ausarten.
Noch 4 Stunden…

Nach mehr als 22 Stunden im Rennen – und damit knapp 9 Runden vor Schluss – dann der Schock. Das Auto hängt bewegunslos auf der Strecke, Getriebe kaputt! Die Entwicklung ist an Dramatik kaum zu überbieten. Einige Mechaniker wollen das Getriebe auf der Strecke wechseln, aber der Gedanke wird wieder verworfen. Schließlich wird beschlossen, das Auto für die nächsten knapp 90 Minuten stehen zu lassen und zu versuchen, es im zweiten Gang irgendwie noch ins Ziel zu bekommen.
Noch 1 Stunde…

Der Plan gelingt. Gemeinsam mit dem Gesamtsieger fährt der Volvo stolz und mit letzter Kraft über die Ziellinie. Das härteste Langstreckenrennen der Welt ist geschafft – mit dem angepeilten Klassensieg wurde es leider nichts, aber hier in der Eifel überhaupt ins Ziel zu kommen gilt schon als Erfolg. Zum Ende dann doch noch eine kleine Überraschung. Unbemerkt vom Team gab es noch einige Ausfälle im Feld, so dass trotz aller Widrigkeiten ein zweiter Platz in der Klasse verbucht werden kann.
Somit endet das 24-Stunden-Rennen mit einem befriedigenden Ergebnis. HEICO SPORTIV wird im nächsten Jahr erneut versuchen, den ersten Klassensieg eines mit Bio-Ethanol angetriebenen Fahrzeugs einzufahren.

2. Renndrittel – Der Nachtkampf
Die Dunkelheit ist spannend für alle. Einige Unfälle auf der Strecke machen die halsbrecherische Fahrt nicht sicherer, aber unser Volvo kommt heil durch die Nacht. Der Rückstand auf den Führenden in der Klasse ist geschrumpft. Ulli Andree beendet seinen Doppelstint gegen 3 Uhr morgens. Grandiose Aussagen wie “Die Nacht ist dunkel auch am Nürburgring” und “Wir sehen nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Popometer” eröffnen uns ungeahnte Weisheiten. Patrick Brenndörfer ruft kurz vor dem Einsteigen zu seinem Stint noch den “Nachtkampf” aus mit dem Zusatz, die Fahrt in die aufgehende Sonne sei eigentlich immer “ganz cool”.
Noch 13 Stunden…

Der Sonnenaufgang über der Rennstrecke ist atemberaubend. Es ist 6 Uhr morgens – wir sind jetzt seit 22 Stunden auf den Beinen und fühlen uns entsprechend. Aber knapp die Hälfte des Rennens liegt noch vor uns. Die Erschöpfung macht sich auch bei den Fahrern und Mechanikern bemerkbar: Das Auto fährt beim Boxenstop zu früh los und reißt den Tankschlauch samt Benzinpumpe mit sich. Glücklicherweise geht der Zwischenfall glimpflich aus – nur ein Teammitglied trägt eine gebrochene Rippe davon und ist einige Stunden später schon wieder zurück an der Strecke.
Noch 8 Stunden…

1. Renndrittel – Start ins Rennen und Einbruch der Dunkelheit
Die ersten Boxenstopps liegen hinter uns. Alles läuft rund, die ersten O-Töne sind abgedreht, die Bilder sind super und unser Auto liegt in Führung in der Wertungsklasse. Mit Fortschreiten des Rennens wendet sich das Wetter zusehens zum Schlechteren, die Regenwahrscheinlichkeit steigt. HEICO SPORTIV macht das allerdings keine Sorgen. “Wir fahren immer top im Regen,” sagt Patrick Brenndörfer, der den ersten Stint gefahren ist und auf seinen zweiten Einsatz wartet.
Noch 21 Stunden…
Der erste Schreck kommt kurz nach Einsetzen der Dämmerung. Ein geplanter Wechsel der Bremsbelege wächst sich zu einer längeren Reparaturpause aus, als ein Schaden an den vorderen Radträgern festgestellt wird. Die Führung ist erstmal weg, aber nach fast einer Stunde geht das Auto wieder auf die Strecke und startet die Aufholjagd in der Dunkelheit.
Noch 18 Stunden…

Gegen Mitternacht macht sich erste Erschöpfung bei uns bemerkbar. Ein Großteil des Rennteam nutzt jede Gelegenheit zum Schlafen und auch wir treten etwas langsamer, schließlich haben wir keine Backups und müssen bis morgen Nachmittag durchhalten. Wir drehen noch einen Boxenstop bei Dunkelheit und überspielen erst mal unsere vollen Speicherkarten.
Noch 16 Stunden…

Countdown zum Start
Ankunft am Nürburgring, ca. 11.30 Uhr. Die letzten Kilometer ist Stau, knapp 200.000 Menschen sind dieses Wochenende am Ring um beim legendären 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife, der “Grünen Hölle”, dabei zu sein. Wir akkreditieren uns im Pressebüro und bekommen sexy Leibchen in Einheitsgröße XXXXXL – nicht schön, aber ohne dürfen wir nicht an die Rennstrecke. Voll bepackt schleppen wir unser Equipment durch das Fahrerlager zum Stand von HEICO SPORTIV, unserem Auftraggeber, dessen Rennteam wir das ganze Rennen über begleiten werden.
Noch 4 Stunden bis zum Start…
Wir nutzen die Zeit, um uns erst mal zu orientieren. Das Gelände ist riesig und überall Menschenmassen. In der Boxengasse bleibt gerade genug Platz für die durchfahrenden Fahrzeuge. Wir checken ein letztes Mal unsere Technik durch, wie bei den Rennteams muss auch bei uns während der nächsten 24 Stunden alles funktionieren.
Noch 3 Stunden bis zum Start…

14 Uhr. Mittlerweile sind auch die letzten zwei Mitglieder unseres Teams eingetroffen. Insgesamt sind wir zu fünft, aufgeteilt in drei Kamerateams – also zwei Teams und ein Kameramann. Bei dieser Gemeinschaftsproduktion von CUGA, motionCTRL und Pete Ruppert Photography werden simultan sowohl der neue Imagefilm für HEICO SPORTIV, als auch eine Dokumentation des Rennens gedreht.
Unser Job ist die Doku, motionCTRL ist federführend bei der Imagefilm-Produktion. Da keiner für sich alle Bereiche der über 25 Kilometer langen Rennstrecke abdecken kann, teilen wir uns auf stellen das gedrehte Material dem jeweils anderen zur Verfügung. CUGA wird hauptsächlich in der Boxengasse und der Start/Ziel-Gerade aktiv sein.
Noch 2 Stunden bis zum Start…
Das Gedränge beim Startschuss ist unbeschreiblich, aber jedem Team gelingt es schließlich, eine gute Kameraposition zu finden. Ab jetzt gilt es also, das Rennen läuft. Rund 190 Teilnehmer sind dieses Jahr am Start, den ersten erwischt es allerdings schon in der ersten Runde. Totalschaden – für den Mini Cooper dauert das Rennen ganze fünf Minuten.
Noch 24 Stunden…